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Fault Line Cake: Die Profi-Anleitung für Bruchlinientorten

Sie kennen den Look bestimmt: Eine Torte, die aussieht, als würde sie in der Mitte aufreißen und ein funkelndes Inneres offenbaren. Der Fault Line Cake ist ein absolutes Highlight, das nach hoher Kunst aussieht. Beeindruckende daran: Die Optik entsteht nicht durch kompliziertes Schnitzen am Kuchen, sondern durch den gezielten Aufbau verschiedener Cremeschichten.

Als Konditor weiß ich, dass viele Hobbybäcker vor der Bruchlinie zurückschrecken. Doch mit der richtigen Technik und standfesten Materialien gelingt Ihnen dieser Wow-Effekt auch zu Hause. In diesem Guide führe ich Sie direkt zum perfekten Ergebnis. Alles, was Sie dafür brauchen, finden Sie bei uns im Cake-Company Shop oder direkt vor Ort in unserer Filiale in Troisdorf-Spich

Was genau ist ein Fault Line Cake? 

Fault Line Cake Anleitung und Dekoration(1)

Der Begriff Fault Line stammt ursprünglich aus der Geologie und bezeichnet eine Bruchlinie in der Erdkruste. In der Backstube adaptieren wir genau diesen Effekt: Es entsteht die Optik einer Torte, deren äußere Hülle – meist aus Buttercreme oder Ganache – horizontal aufgerissen ist und den Blick auf ein verborgenes Inneres freigibt.

Technisch gesehen handelt es sich beim Fault Line Cake um eine raffinierte optische Täuschung. Wir schneiden den Kuchen dafür nicht wirklich auf. Stattdessen arbeiten wir mit unterschiedlichen Schichtstärken der Creme. Während der mittlere Bereich der Torte (die eigentliche Bruchlinie) nur dünn eingestrichen und mit Dekoelementen wie Zuckerstreuseln, Früchten oder handgemalten Mustern versehen wird, tragen wir am oberen und unteren Drittel der Torte eine deutlich dickere Schicht Creme auf.

Durch das anschließende Glattziehen mit einer Teigkarte bleiben diese äußeren Schichten prominent stehen und überlagern die Dekoration in der Mitte leicht. Das Ergebnis ist ein beeindruckender 3D-Effekt mit einer Tiefe, die es physikalisch an der Torte eigentlich gar nicht gibt.

Lesetipp: Erfahren Sie hier, wie Sie eine 3D-Torte selber machen können.

Warum dieser Trend so genial für Hobbybäcker ist:

  • Fehlertoleranz: Während eine klassische Torte oft perfekt glatt sein muss, lebt die Bruchlinientorte von Unregelmäßigkeiten. Die Kanten dürfen – und sollen – rau und „gebrochen“ aussehen.
  • Vielseitigkeit: Sie entscheiden, was im Inneren liegt. Von einem Meer aus bunten Nonpareilles über kleine Keksstücke bis hin zu essbarem Echtgold ist alles möglich.
  • Stabilität: Durch den speziellen Aufbau der Cremeschichten gewinnt die Torte an Standfestigkeit, was sie ideal für Motivtorten macht, die transportiert werden müssen.

In meinem Berufsalltag als Konditor empfehle ich Kunden oft, mit starken Kontrasten zu spielen. Eine schneeweiße Außenhülle kombiniert mit einem funkelnden, dunklen Streusel-Kern aus unserem Cake-Company Sortiment sorgt sofort für diesen typischen Galerie-Look.

Drei Wege zur perfekten Bruchlinie

Bevor Sie den Spritzbeutel in die Hand nehmen, sollten Sie sich für einen Stil entscheiden. Die Technik bleibt zwar immer die gleiche, aber das Innenleben bestimmt die gesamte Wirkung. Hier sind drei bewährte Designs, die ich in der Backstube oft umsetze:

  • Der „Geoden-Look“ (Edel & Geheimnisvoll): Hier nutzen wir groben Kandiszucker oder Isomalt-Kristalle, die wir direkt in die Bruchlinie drücken. Zusammen mit einer intensiv gefärbten Goldkante wirkt die Torte, als hätten Sie ein wertvolles Mineral freigelegt. Besonders spektakulär sieht das aus, wenn die äußere Hülle in einem dunklen Anthrazit oder tiefen Dunkelblau gehalten ist. Erfahren Sie mehr dazu im Blogbeitrag "Kristalltorte backen".
  • Der „Konfetti-Style“ (Fröhlich & Verspielt): Das ist der ideale Einstieg für Hobbybäcker. Wir nutzen bunte Streusel-Medleys – am besten eine Mischung aus Perlen, Sternen und Nonpareilles. Dieser Look ist perfekt für Geburtstage. Der Kontrast zwischen einer schlichten, weißen Außencreme und einem knallbunten Kern sorgt sofort für gute Laune.
  • Die „Secret Garden“ Torte (Elegant & Floral): Für Hochzeiten oder Frühlingsfeste füllen wir die Bruchlinie mit getrockneten, essbaren Blüten oder filigranen Blüten aus Esspapier. Auch handgemalte Blumenmuster auf einer glatten, inneren Cremeschicht sind möglich. Das wirkt deutlich feiner und weniger plakativ als die Streusel-Variante.

💡Konditor-Tipp

Überlegen Sie sich vorher, welche Geschichte Ihre Torte erzählen soll. Ein dunkler Schokoboden mit einem goldenen Kern wirkt völlig anders als eine pastellfarbene Fruchttorte mit bunten Zuckerperlen. In unserem Shop haben wir diese Stile bereits in Kategorien sortiert, damit Sie nicht lange nach den passenden Farbkombinationen suchen müssen.

Die Basis: Worauf es beim Backen ankommt

Ein Fault Line Cake ist ein ziemliches Schwergewicht. Wir tragen hier stellenweise das Doppelte an Creme auf, was bei einer normalen Torte üblich wäre. Wenn Sie jetzt zu einem luftig-feuchten Biskuit greifen, der kaum Eigengewicht tragen kann, wird Ihnen das gesamte Design beim Einstreichen wegrutschen oder schlimmstenfalls in der Mitte „bauchen“.

Der Teig: Physik statt Hoffnung

Ich empfehle für dieses Projekt ganz klar kompaktere Böden. Ein Wunderkuchen (das Rezept auf Öl-Basis) oder ein klassischer Sacherboden sind hier Ihre besten Freunde. Warum? Weil diese Teige eine feinporige, stabile Struktur haben. Wenn Sie mit der Teigkarte Druck ausüben, um die Kanten der Bruchlinie scharf abzuziehen, muss der Kuchen diesen Widerstand halten.

Ein kleiner Trick aus der Praxis: Schneiden Sie die Böden so präzise wie möglich. Wenn der Stapel schon schief ist, müssen Sie das später mit Unmengen an Creme ausgleichen, was die Stabilität weiter verschlechtert. Falls Ihnen noch die passenden Formen fehlen: Wir nutzen bei uns oft die Aluminium-Backformen mit extra hohem Rand. Die leiten die Hitze gleichmäßiger, sodass der Kuchen oben nicht wie ein Vulkan aufreißt, sondern schön flach bleibt.

Füllungen: Bauen Sie eine Barriere

Creme-Typ Stabilität Geschmack Fault-Line Eignung
Amerikanische Buttercreme Sehr hoch Sehr süß ⭐⭐⭐⭐⭐
(Ideal für Anfänger)
Swiss Meringue Hoch Fein, buttrig ⭐⭐⭐⭐
(Der Konditoren-Standard)
Ganache (Zartbitter) Extrem hoch Schokoladig ⭐⭐⭐⭐⭐
(Perfekt für scharfe Kanten)
Sahne/Quark-Creme Gering Erfrischend
(Nicht geeignet, zu instabil)

Hier begehen viele den Fehler, eine weiche Sahne- oder Fruchtfüllung bis an den Rand zu streichen. Beim Fault Line Cake führt das fast immer zur Katastrophe. Sobald Sie die äußere Buttercreme aufdrücken, quillt die weiche Füllung seitlich heraus und vermischt sich mit dem Design.

So machen Sie es richtig: Spritzen Sie auf jeden Boden zuerst einen etwa 1 cm breiten Ring aus Ihrer festen Einstreich-Buttercreme (den sogenannten „Damm“). Erst in diesen geschützten Bereich geben Sie Ihre eigentliche Füllung. So bleibt alles dort, wo es hingehört, und die Außenwand der Torte bleibt sauber und stabil.

Ruhephasen sind keine Empfehlung, sondern Pflicht

Unterschätzen Sie niemals die Schwerkraft. Bevor Sie auch nur daran denken, die Bruchlinie zu gestalten, muss die gefüllte Torte für mindestens vier Stunden, besser über Nacht, in den Kühlschrank. Die Füllung muss sich setzen, die Buttercreme-Barriere muss hart werden. Eine Torte, die direkt nach dem Stapeln eingestrichen wird, arbeitet noch – und Risse in der äußeren Hülle sind bei diesem Design zwar gewollt, aber bitte nur dort, wo wir sie geplant haben.

Wenn Sie Fragen zur Standfestigkeit bestimmter Cremes haben, schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an info@cake-company.de. Wir helfen Ihnen gerne dabei, das Rezept auf Ihr spezielles Vorhaben anzupassen.

Fault Line Cake Anleitung: Schritt für Schritt zum Meisterwerk

Wechseln wir von der Theorie an den Tortendrehteller. Nehmen Sie sich für diesen Teil Zeit, denn die Präzision beim Auftrag der Schichten entscheidet darüber, ob die Bruchlinie später wie gewollt „gerissen“ oder einfach nur unsauber aussieht. Wir arbeiten uns von innen nach außen vor. Sorgen Sie dafür, dass Sie einen stabilen, drehbaren Tortenständer (Drehteller) vor sich haben – ohne diesen wird ein gleichmäßiger Abtrag der Creme fast unmöglich.

Schritt 1: Das Fundament versiegeln (Crumb Coat)

Bevor wir die Optik aufbauen, braucht die Torte eine Grundierung. Streichen Sie die gesamte Torte dünn mit Ihrer gewählten Buttercreme ein. Diese Schicht dient nur dazu, lose Krümel zu binden und Unebenheiten im Teig auszugleichen. Es ist völlig egal, ob hier und da noch der Boden durchscheint.

Wichtig: Ziehen Sie die Oberseite der Torte bereits jetzt so glatt wie möglich ab. Danach muss die Torte für mindestens 45 Minuten in die Kühlung, bis die Oberfläche bei Berührung fest und trocken ist.

Schritt 2: Die „innere“ Welt gestalten

Markieren Sie sich visuell das mittlere Drittel Ihrer Torte. Hier wird später das Design sichtbar sein.

  1. Tragen Sie in diesem mittleren Bereich eine frische, etwa 2 bis 3 mm dicke Schicht Buttercreme auf.
  2. Drücken Sie nun Ihre Dekoration in die weiche Creme. Wenn Sie mit Zuckerstreuseln oder Medleys aus unserem Shop arbeiten, stellen Sie die Torte am besten in ein tiefes Backblech. So fangen Sie herunterfallende Perlen direkt wieder auf und verschwenden kein Material.
  3. Gehen Sie mit einer kleinen Palette vorsichtig über die Streusel, um sicherzustellen, dass sie fest in der Creme sitzen und nicht zu weit nach außen abstehen.

Schritt 3: Den Rahmen für die Bruchlinie spritzen

Jetzt bauen wir die Tiefe auf. Füllen Sie Ihre restliche Buttercreme in einen Spritzbeutel mit einer großen Lochtülle oder schneiden Sie einfach die Spitze großzügig ab.

  • Spritzen Sie einen dicken Ring Creme um das obere Drittel der Torte.
  • Wiederholen Sie das Gleiche am unteren Drittel.
  • Die Schicht sollte etwa 1 cm dick sein – deutlich dicker als die Schicht mit den Streuseln in der Mitte.

Achten Sie darauf, dass die Ränder dieser neuen Cremeschichten die Streusel in der Mitte ganz leicht überlappen. Das erzeugt später den Effekt, dass die äußere Hülle über dem Kern zu schweben scheint.

Schritt 4: Das entscheidende Glattziehen


Fault Line Cake wird eingestreichen(1)

Das ist der Moment, in dem die meisten Hobbybäcker nervös werden, aber eigentlich ist es reine Physik. Nehmen Sie eine hohe Teigkarte – wir führen bei Cake-Company Modelle mit extra scharfen Kanten, die genau für diesen Zweck geschmiedet wurden.

  1. Setzen Sie die Teigkarte im 45-Grad-Winkel an der Torte an.
  2. Drehen Sie den Tortenteller in einer flüssigen Bewegung und halten Sie die Hand mit der Karte absolut ruhig.
  3. Der Trick: Üben Sie nur auf die oberen und unteren Cremeschichten Druck aus. Die Karte sollte die Streusel in der Mitte im Idealfall gar nicht berühren.

Ziehen Sie die Karte nach einer vollen Umdrehung ab, säubern Sie sie und wiederholen Sie den Vorgang, bis die obere und untere Fläche glatt sind. Die Kanten zur Mitte hin lassen Sie bewusst unregelmäßig. Genau diese „Fransen“ machen den Look der Bruchlinientorte aus.

Schritt 5: Tiefenwirkung durch Metallic-Akzente 

Eine Torte wirkt oft flach, wenn die Kontraste fehlen. Deshalb veredeln wir die Risskanten. Mischen Sie etwas Goldpuder oder ein anderes Metallic-Pigment mit ein paar Tropfen hochprozentigem Alkohol (z. B. Wodka), bis eine dickflüssige Farbe entsteht.

Pinseln Sie diese Lebensmittelfarbe vorsichtig nur auf die unregelmäßigen Ränder der oberen und unteren Cremeschicht. Dadurch betonen Sie den „Bruch“ und verleihen der Torte eine plastische Tiefe. Da der Alkohol extrem schnell verfliegt, bleibt nur der glänzende Effekt zurück, ohne die Buttercreme aufzuweichen.

Fault Line Cake bekommt Goldfinish(1)

Ein Wort zum Equipment

Ich sehe oft, dass versucht wird, die Bruchlinie mit einem normalen Messer oder einer kleinen Winkelpalette glattzuziehen. Das wird nichts. Sie brauchen die Höhe und die gerade Kante einer professionellen Teigkarte, um über die gesamte Höhe der Torte eine Ebene zu schaffen.

Falls Sie beim Einstreichen merken, dass Ihre Creme zu weich wird: Stop! Stellen Sie die Torte sofort für 15 Minuten zurück in den Kühlschrank. In der Backstube ist Geduld oft die wichtigste Zutat. 

Damit Sie mitten im Prozess nicht feststellen, dass Ihnen das entscheidende Werkzeug fehlt, habe ich Ihnen diese Checkliste zusammengestellt. Ein Fault Line Cake verzeiht vieles beim Design, aber er bestraft minderwertiges Equipment beim Einstreichen.

Hier ist die Grundausstattung, die auf Ihrem Arbeitstisch bereitstehen sollte:

Die Werkzeug-Checkliste für Profi-Ergebnisse

Werkzeug-Checkliste für Profi-Ergebnisse

Drehbarer Tortenständer: Das ist Ihr wichtigstes Tool. Ohne einen flüssig laufenden Drehteller bekommen Sie niemals eine gleichmäßige Bruchlinie hin, weil Sie die Bewegung mit der Hand ständig unterbrechen müssten.

Palettenabstreifer & Teigschaber: Ein guter Schaber muss leicht und präzise in der Hand liegen. Unsere Modelle aus lebensmittelechtem Kunststoff sind stabil genug für exakte Kanten und dabei so flexibel, dass Sie Ihre Arbeitsflächen und Tortenplatten nicht zerkratzen.

Winkelpalette: Unverzichtbar, um die Creme gleichmäßig zwischen die Böden zu bringen und später die Oberseite der Torte sauber nach innen abzuziehen.

Stabile Spritzbeutel: Wir nutzen sie, um die dicken „Cremewülste“ oberhalb und unterhalb der Bruchlinie exakt zu platzieren. Ein Löffel wäre hier viel zu ungenau.

Feine Konditor-Pinsel: Wenn Sie die Kanten vergolden wollen, brauchen Sie Pinsel, die die Farbe gut halten und fein genug für die unregelmäßigen Risse sind.

Hohe Backformen: Ein Fault Line Cake braucht Höhe, um zu wirken. Backen Sie lieber kleinere Durchmesser (z. B. 15 oder 18 cm), dafür aber deutlich höher.

Fault Line Cake dekorieren - unsere Profi-Tricks

Die Bruchlinie ist das Herzstück Ihres Designs, aber das "Drumherum" entscheidet darüber, ob die Torte am Ende edel oder überladen wirkt. Als Profi achte ich beim Dekorieren vor allem auf Texturen und den Mut zum Kontrast. Hier sind meine Kniffe, mit denen Sie das Maximum aus Ihrem Fault Line Cake herausholen.

1. Der Textur-Mix in der Bruchlinie

Viele machen den Fehler und nutzen nur eine Sorte Streusel. Das wirkt oft flach. In der Backstube mischen wir verschiedene Größen: Große Schokoperlen, mittlere Dragees und ganz feine Nonpareilles. Dieser Mix füllt die Lücken besser aus und erzeugt eine organische, fast juwelenartige Optik. Wir haben bei Cake-Company spezielle Medleys zusammengestellt, die genau diese verschiedenen Ebenen bereits kombinieren. Wer es besonders edel mag, setzt zwischen die Streusel noch kleine Akzente aus essbarem Blattgold – das fängt das Licht in der Vertiefung der Bruchlinie perfekt ein.

2. Die Kante: Weniger ist mehr

Ich hatte vorhin schon die Goldkante erwähnt. Ein häufiger Fehler ist jedoch, die gesamte "Lippe" der Bruchlinie dick mit Farbe einzuschmieren. Das wirkt schnell klobig. Mein Tipp: Nutzen Sie einen sehr feinen Schlepper-Pinsel (Stärke 0 oder 1). Malen Sie nur die äußerste, unregelmäßige Kante nach. Lassen Sie die Farbe hier und da ruhig mal dünner werden oder ganz aussetzen. Das verstärkt den Effekt eines natürlichen Gesteinsbruchs. Wenn Sie mit Wodka und Puderfarben arbeiten, achten Sie darauf, dass die Mischung die Konsistenz von Tinte hat. Zu flüssig, und sie läuft Ihnen über die mühsam glattgezogene Buttercreme; zu dick, und sie klumpt.

3. Jenseits von Streuseln: Kreative Füllungen

Wer sagt, dass eine Bruchlinie immer aus Zuckerperlen bestehen muss? Probieren Sie mal folgende Alternativen aus meinem Konditoren-Alltag:

  • Die "Fruit Line": Nutzen Sie gefriergetrocknete Beerenstücke. Die sind federleicht, färben nicht ab wie frische Früchte und bringen eine tolle Struktur.
  • Handbemalte Innenseite: Streichen Sie die Bruchlinie glatt ein, lassen Sie sie im Kühlschrank steinhart werden und bemalen Sie sie dann mit Lebensmittelfarben wie eine Leinwand (z.B. Blumenmuster oder Galaxien), bevor Sie die äußeren Schichten auftragen.
  • Cookie-Crush: Grob zerstoßene Kekse oder Macaron-Schalen geben der Torte einen rustikalen, modernen Touch.

4. Der "Scharfe-Kanten-Trick"

Wenn Sie die Torte oben abschließen, ziehen Sie die überschüssige Creme immer von außen nach innen zur Mitte hin ab. Machen Sie das mit einer sauberen, leicht angewärmten Winkelpalette. Durch die Wärme schmilzt die Butter in der Creme ganz leicht an und erzeugt diesen spiegelglatten Abschluss, der so typisch für Profi-Torten ist.

5. Den Fokus wahren

Da die Bruchlinie bereits sehr dominant ist, sollte die restliche Tortendekoration (z.B. obenauf) eher zurückhaltend sein. Ein paar passend eingefärbte Buttercreme-Tupfen, eine einzelne echte Blüte oder ein schlichter Cake-Topper reichen völlig aus. Überladen Sie die Oberseite nicht, sonst weiß das Auge des Betrachters gar nicht, wo es zuerst hinschauen soll.

Falls Sie sich unsicher sind, welche Farbkombinationen bei den Gelfarben am besten harmonieren oder welcher Pinsel für die Goldkante der richtige ist: In unserer Filiale in Troisdorf-Spich haben wir Musterkarten und können Ihnen die Werkzeuge direkt vorführen. Es hilft oft ungemein, die Farben mal bei Tageslicht zu sehen, statt nur am Bildschirm.

Fault Line Cake Troubleshooting - Lösungen für aufkommende Probleme

Selbst in der Profi-Backstube läuft nicht immer alles glatt. Der Fault Line Cake ist technisch anspruchsvoll, weil wir hier mit verschiedenen Texturen und Temperaturen gleichzeitig arbeiten. Wenn es mal hakt, ist das kein Grund zur Panik – meistens lässt sich das Design mit ein paar Handgriffen retten.

Hier sind die häufigsten Probleme, die mir in Kursen und im Alltag begegnen, und wie Sie sie lösen:

1. Die Torte „baucht“ aus (Der Rettungsring-Effekt)

Sie haben die Torte fertig eingestrichen, aber nach einer Stunde im Kühlschrank wölbt sich die Mitte nach außen.

  • Die Ursache: Meistens war die Füllung zu weich oder die Torte hatte vor dem Einstreichen nicht genug Zeit, um sich zu setzen. Das Eigengewicht der oberen Schichten drückt die weiche Füllung nach außen.
  • Die Lösung: Wenn es schon passiert ist, können Sie versuchen, die Wölbung vorsichtig mit einer warmen Teigkarte „abzurasieren“. Für das nächste Mal: Arbeiten Sie zwingend mit einem festen Buttercreme-Ring (dem Damm) und lassen Sie die gefüllte Torte über Nacht mit einer leichten Beschwerung (z.B. einem flachen Brettchen) im Kühlschrank ruhen, bevor Sie mit dem Design beginnen.

2. Die Streusel fallen einfach ab

Sie versuchen, den Kern der Bruchlinie zu dekorieren, aber die Zuckerperlen rieseln direkt wieder herunter.

  • Die Ursache: Ihre Buttercreme ist bereits „festgegangen“. Viele Buttercremes bilden an der Luft schnell eine trockene Haut.
  • Die Lösung: Streichen Sie nur in dem Bereich, den Sie gerade bearbeiten, eine hauchdünne Schicht ganz frische, zimmerwarme Buttercreme auf. Sie dient als Kleber. Mein Profi-Tipp: Wenn Sie sehr feine Nonpareilles nutzen, können Sie diese auch vorsichtig mit einem flachen Pinsel festdrücken, statt sie nur zu werfen.

3. Die äußere Schicht verschmiert die Bruchlinie

Beim Glattziehen mit der Teigkarte ziehen Sie die äußere Creme über Ihre sorgfältig platzierten Streusel oder Muster.

  • Die Ursache: Sie üben zu viel Druck aus oder die äußere Cremeschicht war nicht dick genug aufgetragen. Wenn die Karte die Dekoration im Inneren berührt, ist das Chaos perfekt.
  • Die Lösung: Tragen Sie die obere und untere Schicht im Zweifel lieber etwas zu dick auf. Wir wollen einen deutlichen Höhenunterschied zur Bruchlinie. Beim Abziehen gilt: Weniger ist mehr. Die Teigkarte sollte nur die „Berggipfel“ der Creme glätten. Bleiben kleine Lücken? Füllen Sie diese punktuell mit einem Spritzbeutel auf und ziehen Sie nur diese Stelle noch einmal nach.

4. Die goldene Kante verläuft oder blutet aus

Ihre mühsam gemalte Metallic-Linie wird matschig oder zieht hässliche Schlieren in die weiße Buttercreme.

  • Die Ursache: Entweder war Ihre Farbmischung zu flüssig (zu viel Alkohol) oder die Buttercreme war beim Bemalen zu warm und damit zu fettig.
  • Die Lösung: Die Torte muss eiskalt sein, wenn Sie die Kanten bemalen. Die Farbe sollte die Konsistenz von flüssigem Lack haben. Wenn sie verläuft, lassen Sie die Farbmischung kurz stehen, damit etwas Alkohol verdunsten kann, oder geben Sie mehr Farbpulver hinzu. Falls doch mal ein Klecks daneben geht: Warten Sie, bis die Farbe getrocknet ist, und kratzen Sie sie vorsichtig mit einer sauberen Messerspitze ab.

5. Risse in der äußeren Hülle

Nach der Kühlung bilden sich kleine Haarrisse in der glatten Oberfläche.

  • Die Ursache: Das passiert oft, wenn der Kuchen im Inneren zu stark arbeitet oder die Buttercreme im Kühlschrank sehr hart und spröde wird (typisch bei reiner Butter-Zucker-Mischung).
  • Die Lösung: Nutzen Sie für das Einstreichen eine elastischere Creme wie die Swiss Meringue Buttercreme. Kleine Risse können Sie oft mit einer leicht erwärmten Palette „zuspachteln“.
Autor: Silvan Mundorf
Silvan Mundorf Bild
Silvans Herz schlägt für leckere Torten (vor allem mit viel Sahne) und deren Dekoration. Als Vater und geselliger Mensch liebt er es, sich mit Desserts, Dekorationen und Süßigkeiten zu beschäftigten und gibt in unserem Blog Tipps rund um Rezepte, kreative Ideen und abwechslungsreiche Tipps. Er steht in engem Austausch mit unseren Konditoren und gemeinsam entwerfen sie die Beiträge.